Datum / Zeit
10.05.2026 / 18:00 - 20:00
Veranstaltungsort
Staatstheater, M*Halle in der ehemaligen SVZ-Druckerei
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„Er verschwand? Wohin denn?“ – „Keine Ahnung. Er war einfach weg.“ – „Vielleicht hatte er Feierabend.“ Ich kannte mal einen Typen, der hieß Sterni und war Pförtner in einer staatlich subventionierten Spelunke. „Worauf es wirklich ankommt“, sagte er immer, „ist die Schwerkraft zu überwinden.“ Doch die Zeit der Utopien war vorbei und ich erwartungsfroh auf dem Weg zu einem Termin beim Chef. Da stellte sich Sterni glücklich lächelnd in meinen Weg und sagte: „Trotz tödlicher Gefahren überwand ich sämtliche Schwierigkeiten, die mir den Zugang zu verborgenen Erscheinungen versperrten. Ich entdeckte die lebende Zelle, fand den Baustein der Elemente und werde jetzt in den Weltraum vorstoßen. Was ist, kommst du mit?“ Und dann zeigte er mir seine Rakete. Als aufgeklärter Europäer sah ich natürlich sofort, dass das Ding niemals fliegen würde, aber er sagte nur „Jetzt wollen wir dem Triebwerk mal die Sporen geben“, öffnete zwei Bier und wir sind losgeflogen. Leider haben wir uns dann an einem intergalaktischen Späti über die Frage, warum alle Körper unabhängig von ihrer Masse gleich schnell fallen, zerstritten, und seitdem habe ich ihn nie wieder gesehen. Sterni und die Astronauten begibt sich auf die Suche nach positiven Möglichkeitsräumen, betritt und verlässt sie so wie eine Theaterbühne, befragt unsere Zukunftsfähigkeit und formuliert sehnsüchtig, den Glauben an die Hoffnung niemals zu verlieren, so schwer das manchmal auch sein mag. Sieben Crewmitglieder, ein Hund und ein Chor verlassen nicht nur den massiven Zeitknoten, der sie an die Gegenwart bindet, sie widersetzen sich auch dem Diktat einer neuen Spezies von Rechenmaschinen, die versucht, ihnen den Garaus zu machen. Und über allem steht der Wunsch, die eigene Schwerkraft zu überwinden. Denn darauf kommt an, hat Sterni gesagt. Die Auseinandersetzung von Milan Peschel und dem Ensemble mit Science-Fiction-Philosophie und Fragen des Glaubens an die Hoffnung und die Menschen, Kunst, Kometen und Dosenbier ist zugleich der Abschluss einer Schweriner Trilogie: Hoffnung – Liebe – Glaube. Am Ende steht der Anfang. Und mit Sterni geht es einer ungewissen Zukunft entgegen.
Tickets: Theaterkasse Schwerin, Telefon: 0385 53 00-123
Abendkasse: Die Abendkasse öffnet 60 Minuten vor Beginn der jeweiligen Vorstellung
Tourist-Information Schwerin, Telefon: 0385 5925215
