Datum / Zeit
16.10.2026 / 19:30 - 21:30
Veranstaltungsort
Stadtbibliothek in den Schweriner Höfen
Kategorien
Wende verschlafen, Lebensleistungen entwertet, Chefsessel westdeutsch besetzt – eine wirklich gerechte Einheit wurde verpasst. Nicht nur politisch, auch medial, wirtschaftlich und im Alltag: Ostdeutschland wird oft karikiert, als Klischee statt als Realität wahrgenommen. Marieke Reimann, 1987 in Rostock geboren und im Plattenbau aufgewachsen, kennt die Brüche aus erster Hand. Als Journalistin und ehemalige Chefredakteurin kämpft sie seit Jahren für eine Sichtbarkeit, die über den »Jammer-Ossi« hinausgeht. Warum finden Einheitsfeiern ohne Ostdeutsche statt? Warum ist Friedrich Merz froh, im Westen geboren zu sein? Warum wird da am rechten Rand gewählt, wo es viel Abwanderung und wenig Frauen gibt? Und können Angela Merkel und Tokio Hotel Vorbilder sein? Marieke Reimann verbindet persönliche Reportage mit scharfer Analyse und benennt die Leerstellen unserer Gesellschaft auf brillante, ungeschönte Art. In ihrem Buch appelliert sie für ein neues Interesse aneinander. Marieke Reimann war bis 2024 Chefredakteurin des SWR und leitete die Runde der ARD-Chefredakteure. Reimann war damit die jüngste und erste ostdeutsche Chefredakteurin bei einem öffentlich-rechtlichen Medium im Westen. Bis 2020 war sie Chefredakteurin des Magazins zett der Zeit. Hier entwickelte sie ein nachhaltiges Abo und gründete ein Ostdeutschland-Ressort.
Moderation: Sabine Rennefanz, Journalistin und Autorin
Eintritt frei
Freikarte (obligatorisch) an der Kasse des Kulturforums Schleswig-Holstein-Haus erhältlich
