Datum / Zeit
08.01.2027 / 19:30 - 23:00
Veranstaltungsort
Staatstheater, M*Halle in der ehemaligen SVZ-Druckerei
Kategorien
von Helene Hegemann und River Rouxnach / Die Weibervolksversammlung von Aristophanes / Uraufführung / In Aristophanes’ Komödie ist die Politik im antiken Athen so von Misswirtschaft, ständigen Kriegen und Korruption geprägt, dass die Frauen einen Plan verfolgen: Als Männer verkleidet übernehmen sie die über Finanzen, Gesetze, Außenpolitik und Krieg entscheidende Volksversammlung. Ging es Aristophanes um eine radikale Denkweise, forderte er gar politische Mitbestimmung und Gleichberechtigung ein? Oder war das Ganze nur ein Gag auf Kosten der Frauen, deren – natürlich scheiternder – Versuch der Selbstermächtigung schlicht dazu diente, jede Utopie zu verhöhnen, die das vielschichtige Sklaventum einer elitären Männerherrschaft auch nur in Frage stellte?
Red Zone versetzt die der herrschaftlichen Machtkonzentration müden Frauen in ein Fitnessstudio, das Selbstoptimierung im Drill schweißtreibenden Trainings als Party verkauft, während auf Sekunden-Intervalle abgestimmte Beats an Kriegstrommeln erinnern und das Tempo aufeinanderfolgender Tracks eine Atmosphäre schafft, die exzessiven Fortschritt behauptet. Mit den Protagonistinnen der Stückvorlage verbindet sie der fehlende Gesellschaftsentwurf einer besseren Zukunft. Und ob die Macht in Händen der Frauen besser aufgehoben ist als in denen der Männer, steht in Frage. Wahrscheinlicher ist, dass ein Geschlechterkampf die ungleiche Verteilung von Macht und Kapital nicht abschaffen wird. Vereint jedoch könnte genau das erreicht werden.
